Integration durch Sport

Rückblick auf 3 Jahre  Integration durch Sport
Wir schaffen dasso der Satz unserer Bundeskanzlerin zu Beginn der Flüchtlingswelle.
Alles begann 2017 an einem Montagabend beim offenen Vereinsschwimmen im Hallenbad Annen. Da waren sie plötzlich! Eine Gruppe junger Männer, die sich z.T. nicht ins Wasser trauten oder die sich irgendwie versuchten über Wasser zu halten. Da muss man helfen war unser ersten Gedanke…. und kurzum hatten wir seit dieser Zeit eine immer wechselnde Gruppe Flüchtlinge unterschiedlichster Nationalitäten, die schwimmen lernen wollten. Die Gruppe wurde von Woche zu Woche größer, was uns vor neue Herausforderungen stellte. Zeitweise waren es mehr als 25 Teilnehmer, durch die der gewohnte Schwimmbetrieb eine neue Performance erhielt. Wir benötigten mehr Teammitarbeiter; Mit Kevin Jakubowski kam ein weiterer Helfer in das Team.Doch die zahlreichen Teilnehmer waren schwer zu führen und deren Sicherheit kaum zu gewährleisten. Mit einer eigenen „WhatsAPP Gruppe“, in der wir die Teilnehmerzahl rollierend begrenzen können,ließ sich das Problem schnell lösen und somit war der Schwimmbetrieb wieder normal möglich. Diese Schwimmgruppe hatte sich bald in den Schwimmbetrieb integriert, so dass auch die anderen Schwimmer vom DKJ und TuRa sich mit der Flüchtlingssituation befassten und die Gruppe gern gesehen wird. Die wöchentliche Nähe zu den Flüchtlingen baute auch ein Vertrauensverhältnis auf, das dann zu weiteren Herausforderungen führte. Hilfe bei Fragen zu Anträgen? Welches Amt ist zuständig? Warum antworten die Ämter so? Welcher Arzt oder wie heißt das Teil zum Heizkörper entlüften und und und …….   Aufgaben und Anforderungen ,die uns zu überfordern drohten. Danke an unseren Sportkollegen Rolf Gajewski, der einen Großteil der angefallenen Fragen mit den Flüchtlingen klären oder sogar mit zu den Ämtern gegangen ist und somit einen großen Beitrag zur Integration leisten konnte.Weiterhin hatte Yustina Maksara aus unserer Schwimmabteilung den Integrationsschwimmkurs zeitweise unterstützt und sich im Einzeltraining „schwierigen Fällen“ gewidmet oder ist bei Personalmangel eingesprungen. Die Sprachbajere stellte uns vor die nächste Herausforderung. Wir richteten eine Deutsch-Stunde vor dem Schwimmen ein, um den Flüchtlingen bei der deutschen Umgangssprache behilflich zu sein. Diese wurde von den Teilnehmern gerne angenommen, war aber leider zeitlich begrenzt, da wir wiedermal an unsere Grenzen stießen. Wir beschränkten uns, in der Schwimmstunde auf das Erklären von
deutschen Sprichworten 🙂 .
Natürlich kommt man über diesen Weg auch ins Gespräch über die Situation aus den Herkunftsländern sowie Familie und Freunde. Was uns manchmal sprachlos machte.
Über den Weg der Weiterbildung entstand der Kontakt zur DLRG Ortsgruppe Ennepetal. Wir durften im Ennepetaler Schwimmbad an der Schwimmausbildung mit Flüchtlingen teilnehmen und unsere Erfahrungen austauschen. Am Ende sind wir mit schönen neuen Ideen zurückgekommen. Seit Beginn dieser Schwimmgruppe 2017 haben wir rollierend ~ 65 Flüchtlinge in der Gruppe gehabt, von denen ~25 schwimmen konnten, 25 sich über Wasser halten konnten und dann einen Schwimmstil erlangten, weitere 14 Menschen haben komplett schwimmen gelernt. Ein Teilnehmer hat leider nach ~50-mal Kommen aufgegeben. Tatsächlich war es mit „einfach mal Schwimmen lernen“ nicht getan, da einige der Flüchtlinge durch ihre Flucht in Booten über das Meer in lebensbedrohliche Situationen kamen und Todesängste hatten, die sich in ihren Seelen und Köpfe eingebrannt hat. Dies äußerte sich durch, gar nicht erst ins Wasser gehen bis hin zu, kann Schwimmen aber nur da wo man stehen kann. Durch geduldiges Einzeltraining und der immer größer werdender Vertrauensbasis konnten wir kleine Fortschritte erreichen. Diese Herausforderungen waren uns zu Beginn nicht klar aber man wächst ja mit seinen Aufgaben und das große Engagement des Teams trug zu mancher Lösungen bei. Alles in allem könne wir sagen, wir haben bis heute einen sehr großen Erfolg bei der Integration durch Sport, der sich mittlerweile auch darin widerspiegelt, dass einige Teilnehmer beim DJK BW Annen Mitglied geworden sind. Der Satz „WIR SCHAFFEN DAS“ möchte ich erweitern auf „GEMEINSAM“ Danke an das Kernteam (Yustina, Kevin, Dietmar) und an den Arbeitskreis „Integration durch Sport (Susanne F., Britta M., Inge B., Kevin J., Heike M., Detlef M., Paulo R. und Dietmar K.), der das Projekt ins Leben gerufen und ermöglicht hat.

Dietmar K.

 

 

Sprache in Bewegung – aber richtig!

Neben der Teilnahme in Schwimmen, Hallensport, Tischtennis und Fitness-Boxen gehört zur Integration auch gemeinsam mehr Zeit miteinander zu verbringen. Seit unserem Start vor vier Jahren etablierte sich das gemeinsame Sport-Wochenende in Hachen. Manch einer dachte vielleicht, es ginge in den Urlaub ins Sauerland. Doch vor Ort erwartete die Teilnehmer eher wenig Schlaf und dafür umso mehr SPORT! Vom 13. bis zum 15. Dezember 2019 fand zum dritten mal das Sprache in Bewegung-Sport-Wochenende in Hachen statt. In einem straffen Programm mit Schwimmen, Hallensport, Volleyball, Fußball, Wandern, Tischtennis und vieles mehr konnten wir uns als Sportteams kennenlernen, die Sprache ausfeilen und gemeinsam Integration leben. Dazu immer jede Menge Spaß! Es hat sich gezeigt, dass Integration funktioniert, wenn man Zeit miteinander verbringt, wenn man einander zuhört miteinander redet und gemeinsame Erlebnisse teilt. Das Wochenende in Hachen war von Anfang an ein voller Erfolg! Die hier entstandenen Kontakte untereinander sind viel Wert und bereichern die Arbeit in den Teams immens.
Kevin J.