27. März – 2. April | Hallen-Europameisterschaften der Masters, Torun (Polen)

Frauke Viebahn nahm in der Woche vor Ostern an den Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften der Masters (EMACI, für Leichtathleten über 35 Jahre) im nordpolnischen Torun (deutsch Thorn) teil. In der Weichselstadt, die zu den ältesten und schönsten polnischen Städten zählt, fanden sich 3476 Teilnehmer aus 52 Nationen, auch außereuropäischen, ein. Die großzügige und hochmoderne Leichtathletikhalle war noch wenige Tage vorher für die Weltmeisterschaften der Aktiven hergerichtet und u. a. mit einer neuen schnellen Tartanbahn ausgerüstet worden. Die Wittenerin startete nach langer Bahnfahrt in der Altersklasse W65 (Frauen 65–69 Jahre) und freute sich auf einen hochklassigen Event: Mit ihrem im März in Düsseldorf übersprungenen Altersklassen-Weltrekord im Hochsprung von 1,44 m konnte sie die Wettkämpfe optimistisch angehen.

Die große Gelegenheit hierfür ergab sich gleich am 1. Tag: Bei zehn Teilnehmerinnen stieg die DJK-Athletin erst spät bei 1,33 m in den Wettbewerb ein und fand sich bald im Titelduell mit ihrer gewohnten Konkurrentin Edel Maguire aus Irland ein – dies allerdings schon bei 1,37 m, vielleicht aufgrund der langen Bahnfahrt. Aber Frauke gewann höhengleich aufgrund der geringeren Anzahl an Fehlversuchen. Ein starker Einstieg, aber es sollte noch besser kommen, als schon drei Stunden später der Weitsprung anstand. Die Wittenerin hatte im heimischen Wullenstadion bereits ein gutes Trainingsgefühl gehabt und setzte gleich im ersten Versuch mit 4,22 m und saisonaler Bestleistung die entscheidende Marke für die Konkurrenz, die 4 m nicht überwinden konnte. Auch Frauke danach nicht mehr, die aber – im Hinblick auf weitere kräftezehrende Disziplinen – mit wenigen Versuchen den Status halten konnte vor ihren zwei Teamkolleginnen aus Deutschland. 

Am 3. Tag stand nämlich der Vorlauf im 60 m Sprint auf dem Programm, den Frauke ebenfalls mit 9,15 s und „Season Best“ auf der wirklich schnellen Bahn gewann. Beim Finale am nächsten Tag hatte die Irin wie in den letzten Jahren die Nase vorn, aber hinter der Spanierin wartete die Bronzemedaille mit einer erneut guten Zeit von 9,18 s. Am 5. Tag stand der Vorlauf für den 200 m-Sprint an, wo sich Frauke wieder hinter der Irin und Spanierin wiederfand, aber angesichts der noch ausstehenden Team-Staffeln auf den Endlauf verzichtete.

Dort war sie von der DLV-Teamleitung wieder als beste deutsche Sprinterin für beide Staffeln gesetzt worden und trat zunächst mit der W65 4×200 m Staffel zusammen mit den anderen deutschen Top-Läuferinnen Marion Hergarten (TV Bedburg), Wiebke Baseda (SV Grün-Weiss Harburg) und Petra Herrmann (SG Vorwärts Frankenberg) an. Als Startläuferin holte Frauke einen so starken Vorsprung gegenüber den UK-Damen heraus, den die Teamkolleginnen halten konnten, dass es zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg kam – übrigens nur zwei Zehntelsekunden über dem bestehenden EMACI-Rekord von 2014. Am Nachmittag wartete dann noch die 4×200 m Mixed-Staffel mit Marion Hergarten und den beiden Männern Laszlo Müller (LAC Quelle Fürth) und Joachim Weber (Raststatter TV). In einem packenden Spitzenduell mit dem irischen Team setzte sich Frauke als Startläuferin von den übrigen Nationen ab, auch Hergarten und Müller übergaben den Staffelstab als erste, aber der irische Schlussläufer fing den führenden Deutschen leider wenige Meter vor dem Ziel ab.

So ergab sich die seit Jahren beste Bilanz der Wittenerin auf internationalen Events mit dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Bei Gruppenfoto und Siegerehrung mussten sie und ihre Teamkollegin aber schon entschuldigt aus der Halle sprinten, weil der DLV-Teambus den allerletzten spannenden Staffelabschnitt zum Bahnhof in Torun und Richtung Heimat übernehmen musste.

 

 

Foto: Siegerehrung im Weitsprung – Frauke gewinnt Gold vor zwei weiteren deutschen Athletinnen